… bei Herchenbachs ess Kultivent“. Das könnte „De Familich“ auch als Eröffnungslied singen an diesem 2. Adventsonntag. Aber Willi Ostermann hat das Landgasthaus Herchenbach ja leider nie kennen gelernt – auch wenn es das zu seinen Lebzeiten schon lange gegeben hat.
Aber wenn der Ostermanns Will an diesem Abend vun singem Himmelspöötzje auf Eischeid guckt, dann hat er mit absoluter Sicherheit den schönsten Abend seit langem.
Und den haben die Gäste im ausverkauften Saal auch, als die wunderbare Sängerin Heike und die 5 Sänger und Musiker der Band „De Familich“ mit ihrem „Kopf“ Wolfgang Anton sie mitnehmen auf eine Reise in die Vergangenheit des schönen alten Kölle. Damals flog noch ab und zu „en Mösch en de Kösch“, da gab es noch Unter Kranenbäumen Kindstaufen, bei denen auch mal Meinungen mit den Fäusten ausgetauscht wurden und da fing der Pitter Arm in Arm mit Appollonia stillvergnügt om Heimweg an ze knutsche.
Wolfgang Anton führt in seiner Moderation nicht nur von einem Ostermann-Lied zum nächsten, sondern erzählt auch wunderbare Geschichten aus dem alten und dem neuen Köln. Die Begeisterung und Spielfreude auf der Bühne steckt die Menschen im Saal schon bei den ersten Takten an – und das hält dann auch knapp 3 Stunden.
Dank der ausgeteilten Texthefte sind auch die wenigen nicht ganz soooo Textsicheren in der Lage, der Aufforderung von Wolfgang Anton zu folgen und singen mit. Und manchmal singt der Saal sogar ganz alleine.
Man kann also ruhig vom größten Chor von Neunkirchen-Seelscheid sprechen. Und es ist wunderbar, Teil dieses Ostermann-Chores zu sein und die wunderschönen alten Lieder zu singen und gleichzeitig zu hören.
Nach knapp 3 Stunden Singen und Hören haben die Gäste immer noch nicht genug und wollen „De Familich“ nicht von der Bühne lassen.
Aber auch wenn die noch viele der Ostermann-Lieder in kölscher Sprache, denn nur solche präsentiert De Familich aus Liebe zur Muttersprache, singen könnten – irgendwann muss mal Schluss sein. Und das sehen dann auch die Gäste ein und bedanken sich bei De Familich mit stehenden Ovationen.
Und die meisten höre ich beim Verlassen des Saales eines der Ostermann-Lieder leise singen oder summen.
Wir bedanken uns bei Wolfgang Anton und De Familich für einen einmalig schönen musikalischen Abend, der sicher noch lange in den Ohren der vielen Gäste nachklingen wird.
Et wor schön – un dä Ostermann’s Will ess sicherlich am griemele, weil hück immer noch esu vill Minsche sing Leedcher su jän han.