“Zwei ist eine zuviel … …”

… das behaupten Biggi Wanninger und Anne Rixmann an diesem Sommerabend im Mai im Landgasthaus Herchenbach.

Aber – die Behauptung ist falsch, weil: Eine ohne die andere ist nicht denkbar. So herausragend, wie die beiden zusammen auf der Bühne agieren, sind sie nur gemeinsam denkbar und damit auch die legitimen Nachfolgerinnen der legendären Missfits.
Von der ersten Sekunde an, als sie erklären, dass Frauen über 50 weltweit im Kommen sind, weil die sich nehmen, was sie brauchen, haben sie die Gäste im ausverkauften Eischeider Festsaal „im Griff“.
Und sie zeigen die Welt dieser Powerfrauen eindrucksvoll, unglaublich komisch, immer intelligent, nie unter der Gürtellinie und meistens gutaussehend. Nur meistens deshalb, weil sie auch den Mut beweisen, sich von der nicht sooo schönen Seite des Alters zu zeigen. Doch davon später.
Zum Brüllen komisch ist die Szene, in der Biggi Wanninger mit Herrn Öttinger in Männeken-Pis-Town (Brüssel) telefoniert – in der im selben Englischkurs erlernten Sprache, die nur Experten als Englisch wiedererkennen.
Sie bietet Anne und sich als Politikerinnen an, besteht aber darauf, das Land – auch gerne eines im nahen Osten wie Usbekistan oder Brandenburg – von Köln aus zu regieren. Schließlich gibt es Internet und Telefon. Falls mal ein Krieg ausbricht.

Unmittelbar danach beweisen die Vollblutkomödiantinnen, dass sie auch hervorragende Sängerinnen sind. Am Beispiel des Songs „Highway to hell“, den sie in gefühlten 10 Musikrichtungen interpretieren und das Publikum zu Beifallsstürmen treiben.

Danach verschwinden die beiden attraktiven Damen hinter der roten Trennwand und erscheinen als nicht mehr ganz sooo hübsche Hebammen Olga und Svetlana wieder, die erklären, warum in Deutschland so wenige Kinder geboren werden.

1. Die Krankenkasse zahlt so schlecht.
2. Der Mann ist müde von der Arbeit.
3. Wenn er nicht mehr müde ist, muss er erst noch den Müll hinunter bringen. Und bis er wieder da ist, sind die fruchtbaren Tage vorbei.

Wie anders ist das doch in Sibirien. Da wird der Rock ein wenig angehoben – und fertig ist der kleine Pjotr.

Im Anschluss brillieren die beiden mit einer wunderbaren musikalischen Beschreibung der klimakterischen Hitzewallungen im Song „Ich schwitz“. Phantastisch.

Die nächste Szene ist eine Beisetzung im hinduistischen Stil, gegen die die Kollegen des verstorbenen Lehrers eine einstweilige Verfügung erwirken, weil sie Angst haben, dass der Kollege wiedergeboren wird und seinen alten Lehrerparkplatz wieder haben will.

Und dann kommt die ganz ganz große Szene von Biggi als Brigitte Schulz-Klettenberg und Anne als Annemie Petersen, die sich trotz fehlender Kinder einen Enkelwunsch erfüllen wollen und auf der Suche nach einer Leihmutter für ihr Ei sind.

Sie beweisen, dass Komasaufen längst nicht so toll ist wie Omasaufen und legen eine musikalische und tänzerische Nummer auf das Parkett, an deren Ende die Gäste schon vor der Pause !!!! lautstark eine Zugabe fordern. Das habe ich noch nie erlebt.

Im 2. Teil des Abends beweisen die beiden ununterbrochen ihre Wandlungsfähigkeit. Nach einem Auftritt als weibliche Bodyguards brillieren sie einmal mehr musikalisch mit den wundervollen Handpuppen „Pussycat-Prolls“ und präsentieren tatsächlich einen vierstimmigen Gesang!!!

Anne Rixmann ist als Heidi Klum in ihrer Rolle als Scharfrichterin von GNTM umwerfend. Sofort danach erleben wir wieder eine musikalische Nummer, in der die beiden das kölsche Volkslied „Heidewitzka, Herr Kapitän“ als Beitrag zur globalen Weltmusik auf griechisch, sibirisch, sächsisch, chinesisch, irisch, schweizerisch und spanisch präsentieren. Umwerfend!!!

Nach dem Schlusslied endet der Applaus und die Forderungen nach Zugaben nur wegen der Zusage der beiden, im nächsten Jahr mit ihrem neuen Programm wieder zu kommen.

Es hat richtig großen Spaß gemacht, diese beiden Powerfrauen live zu erleben und dank ihres Könnens und gemeinsam mit ihnen einen wunderbaren Abend zu verbringen.

Ein ganz großes Dankeschön an „dickes B“ Biggi und „großes A“ Anne und – wir freuen uns auf Euch im nächsten Jahr. Bleibt so, wie Ihr seid – besser geht es nicht.